Kräuter - Lexikon


Bärlauch

Der Bärlauch (Allium ursinum) ist eine Art aus der Gattung der Allium und somit verwandt mit Schnittlauch, Zwiebel und Knoblauch. Er ist in Europa und Nordasien zuhause und wächst überwiegend in Wäldern. Die Volksmedizin schreibt der Pflanze positive Wirkungen bei Arteriosklerose, Bluthochdruck und Verdauungsstörungen zu, insbesondere bei Appetitlosigkeit, Blähungen und Durchfall.

 

Er wirkt angeblich auch schwach blutdrucksenkend und gilt als gutes pflanzliches Antibiotikum. Wenn der Bärlauch bereits aufgeblüht ist, gelten die Blätter nicht mehr als heilsam - wohl aber die Blüten.


Beinwell

Der Beinwell (Symphytum officinale) ist eine mehrjährige bis zu 1,5 m hoch wachsende Staude und ist in fast ganz Europa beheimatet. Wurzel und Kraut des Beinwells sind reich an Schleimstoffen, das die Wundheilung und Gewebe-regeneration fördernde Allantoin und Gerbstoffen.


Für die Blätter ist eine entzündungshemmende und schmerzstillende Wirkung nachgewiesen worden, die auf die in den Blättern enthaltene Rosmarinsäure zurückgeführt wird. Zubereitungen aus Beinwell werden daher bei stumpfen Verletzungen, wie Prellungen, Zerrungen und Verstauchungen angewandt. Die äussere Anwendung soll auch die Heilung von Knochenbrüchen unterstützen. egenerative Gelenks-erkrankungen wie Arthrose kann man regelmässig mit Beinwell behandeln. Alle Pflanzenteile enthalten z.T. beträchtliche Mengen an toxischen Pyrrolizidinalkaloiden. Daher sollten Zubereitungen des Beinwells nur äusserlich auf unverletzter Haut angewendet werden. Nicht an trächtige Tiere verfüttern!

Birke

Die Birkenarten (Betula pendula Roth, Betula pubescens) sind bis zu 30 m hohe Bäume, die schon durch ihre weisse Rinde auffallen. Die Birke ist in gemässigten Teilen Asiens heimisch. Birkenblätter enthalten viel Vitamin C, Saponine, Flavonoide, Gerbstoffe und ätherisches Öl.


Zubereitungen aus Birkenblättern werden zur Durch-spülungstherapie der Nieren bei Entzündungen der ableitenden Harnwege und Nierengries, traditionell auch bei Gicht und rheumatischen Erkrankungen verwendet. Das aus Blättern gewonnene Öl hat eine antiseptische Wirkung und wird häufig zur Behandlung von Ekzemen verwendet. Abkochungen aus Rinde können bei chronischen Hautbeschwerden als Lotion benutzt werden.

Die enthaltenen Flavonoide bewirken über eine Erhöhung der Harnmenge eine vermehrte Wasserausscheidung. Wichtig ist daher, dass auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet wird. Nicht bei Nieren- oder Herzproblemen verfüttern!

Borretsch

Borretsch (Borago officinalis) ist eine einjährige, bis 60 cm hoch wachsende Pflanze besitzt einen gurkenähnlichen Geschmack und Geruch. Borretschblüten und -kraut enthalten Gerbstoffe, lösliche Kieselsäure, Mineralsalze, Schleimstoffe. Seit dem Mittelalter wird die Pflanze als herz-stärkende, fiebersenkende, abführende, blutreinigende, harntreibende, desinfizierende Heilpflanze geschätzt und wurde daher bei Entzündungen der Atemwege, Harn- und Durchfall eingesetzt.


Im fetten Öl des Samens ist viel Gammalinolensäure enthalten, was alternativ zum Nachtkerzenöl bei Hautleiden Anwendung findet.
Die Blüten und das Kraut enthalten lebertoxische Alkaloide und sollten daher nur sparsam verwendet werden!

Brennessel

Die grosse Brennessel (Urtica dioica) wird 60 cm bis 150 cm hoch und ist zweihäusig, d.h. eine Pflanze besitzt nur männliche oder weibliche Blüten. Die kleine Brennessel (Urtica urens) wird nur 15 cm bis 45 cm hoch und jede Pflanze hat sowohl weibliche als auch männliche Blüten. Die Brennessel ist weltweit zu finden.


Die Brennessel enthält u.a. Gerbstoffe, Histamin, Acetylcholin, Ameisensäure, Kalium, Kalzium, Eisen, Kieselsäure, Lezithin, Vitamin A, C und B2.

Brennesselkraut regt die Nierentätigkeit an, wirkt blutbildend (rote Blutkörperchen) und harnsäuresenkend, mindert Durchfall, reguliert Magen, Bauchspeicheldrüse und Darm und wirkt sich positiv auf den gesamten Stoffwechsel aus. Besonders für fleischverzehrende Tiere ist es unerlässlich, immer wieder die Nieren anzuregen, denn Fleischnahrung belastet den Organismus stark mit Abbauprodukten des Eiweiss-stoffwechsels. Die stickstoffhaltige Endproduktion des Stoffwechsels müssen schnell durch die Nieren ausgeschieden werden. Auch bei Pollenallergien (Frühjahrskur) und rheumatischen Beschwerden (Herbstkur) kann die Brennessel helfen. Eine Abreibung mit Brennesseltee gibt ein glänzendes Fell und hilft bei allergischen Ausschlägen und Flohbissen.

Brennessel sollte wenn möglich das ganze Jahr über verfüttert werden. Auch die Samen können ins Futter gemischt werden.

Brombeere

Die Brombeere (Rubus fruticosus) ist ein schnell wachsender, dorniger Strauch, der bis zu 2 m hoch werden kann und in vielen Formen vorkommt. Ihre Heimat ist Europa.

Zubereitungen aus Brombeer-blättern wirken aufgrund ihres Gerbstoffgehaltes zusammen-ziehend und eignen sich deshalb zur Behandlung leichter, unspezifischer Durchfallerkrankungen. Äusserlich als Mundspülung werden sie bei leichten Entzündungen im Mund- und Rachenraum verwendet.


Brunnenkresse

Die in fliessenden Gewässern wachsende Brunnenkresse (Nasturtium officinale) ist eine mehrjährige Staude.

Die Pflanze ist weltweit anzutreffen. Während die frische Brunnenkresse wegen ihres hohen Vitamingehalts gerne roh als Salat gegessen wird, dient das getrocknete Kraut als Mittel gegen Atemwegserkrankungen wie Husten oder Bronchitis, volksmedizinisch zur Steigerung des Appetits und bei Verdauungsbeschwerden.

Da über die frische Pflanze die Eier des weltweit verbreiteten Grossen Leberegels übertragen werden kann, ist unbedingt auf die Herkunft und auf mehrfaches, gründliches Waschen zu achten!


Gänseblümchen

Das Gänseblümchen (Bellis perennis) ist eine mehrjährige Pflanze die Wuchshöhen bis zu 10 Zentimetern erreicht. Da es auf fast jeder Rasenfläche wächst, zählt es zu den bekanntesten Pflanzen Mitteleuropas. Die wichtigsten Wirkstoffe sind Saponine, die eine einweichende, auflösende Wirkung haben, Bitterstoffe, Gerbstoffe sowie ätherisches Öl.

Kleingeschnittene Gänseblümchenblätter und -blüten werden bei Magenverstimmungen (Magen, Darm, Galle), Erkäl-tungskrankheiten (z.B Husten) sowie Rheuma und Gicht dem Futter zugefügt. Sie regen den gesamten Stoffwechsel an und können den Appetit fördern. Bei chronischen und juckenden Hautkrankheiten hilft ein tägliches Abtupfen mit dem Tee.

Wegen des hohen Saponingehalts nicht überdosieren!

Hagebutte

Die Heckenrose (Rosa canina) ist ein bis zu 5m hoch wachsender Strauch mit rosafarbenen Blüten. Sie ist ist in Europa, Nordafrika und Vorder- und Mittelasien beheimatet.

Die Hagebutte (Scheinfrüchte) hat einen sehr hohen Gehalt an Vitamin C und ist einer der wichtigsten Kalziumlieferanten der Pflanzenwelt. Die enthaltenen Flavonoide sorgen dafür, dass der Körper das Vitamin C der Hagebutte besser verwerten kann und wirken entzündungshemmend und antibiotisch.
Hagebutte eignet sich zur Stärkung bei Fieber, Erkältung und anderen Infektionskrankheiten, zur Blutreinigung, in der Rekonvaleszenz, bei leichtem Durchfall sowie bei Magenentzündungen. Auch bei säugenden Hündinnen, die nervös und unruhig sind, kann die Verfütterung von Hagenbuttenmus eine Besserung herbei führen.

Himbeere

Das Verbreitungsgebiet der Himbeere (Rubus idaeus) umfasst ganz Europa, (Nord)-Asien und Nordamerika und ist bereits seit dem Altertum als Heilpflanze bekannt. Die Blätter enthalten Gerbstoffe und wirken somit gegen Durchfall und allgemeinen Problemen des Magen-Darm-Traktes.


Heutzutage spielen die Blätter in der Heilkunde kaum noch eine Rolle, man findet sie aber noch als Zusatz in Teemischungen zur Blutreinigung.

Himbeerblättertee erleichtert die Wehen, da die Wirkstoffe der Himbeerblätter entkrampfend auf die Muskulatur der Gebärmutter wirken.

Himbeeren stärken das Immunsystem, lindern allergische Reaktionen und wirken blutdrucksenkend. Die Früchte weisen zudem einen Vitamin C-Gehalt auf. Ferner enthalten sie Vitamin A, Rutin und viel Biotin, das unter anderem für Glanz und Fülle der Haare sorgt. Die rohen Früchte, welche basenüberschüssig sind und das Gewebe entsäuern, helfen weiteres gut bei Verstopfung, stärken die Nerven und geben Energie.

Ingwer

Der Ingwer (Zinigiber officinale) ist eine tropische Staude. Die in Asien beheimatete Pflanze spielte seit dem Altertum in der chinesischen und indischen Medizin eine wichtige Rolle und war in der Spätantike auch in Europa weit verbreitet. Alle bedeutenden griechischen und römischen Ärzte schrieben über die Heilwirkungen der Wurzel.

Der Ingwerwurzelstock enthält einen zähflüssigen Balsam (Oleoresin), der aus ätherischen Ölen und einem Scharfstoffanteil, den Gingerolen besteht sowie Lipide und Kohlenhydrate. Nach längerer Lagerung oder unter Einfluss höherer Temperaturen entstehen aus den Gingerolen Shoagole, die z.T. deutlich schärfer schmecken. Daher ist getrockneter Ingwer viel schärfer als frischer.

Zubereitungen aus dem Ingwerwurzelstock wirken schmerzlindernd, krampflösend, entzündungshemmend, schleimlösend, verdauungsfördernd und kreislaufanregend. Sie fördern die Darmfunktion, lindern Verdauungsstörungen und helfen bei Übelkeit, Erbrechen und Blähungen. Die Scharfstoffe regen die Wärmerezeptoren in der Magenschleimhaut an und steigern die Darmtätigkeit. Daneben fördern sie die Sekretion des Magen- und Gallensafts und regen die Leberfunktion an. Würmer werden abgestossen. Durch die Förderung des Speichels hilft der Ingwer auch bei Husten und anderen Erkältungskrankheiten sowie Infektionen. Das ätherische Öl wirkt dämpfend auf das zentrale Nervensystem.

Äusserlich angewendet kann er bei krampfartigen Schmerzen, Rheuma und bei Verstauchungen helfen. Umschläge regen die Durchblutung an und fördern den Abbau der Entzündung.

Die Inhaltsstoffe des Ingwers wirken blutverdünnend. Er sollte daher nicht vor Geburten oder Operationen verfüttert werden. Auch bei Hautentzündungen, Geschwüren des Verdauungstrakts oder hohem Fieber ist darauf zu verzichten.