Kräuter


Kamille

Die Kamille (Chamomilla recutita) wächst in fast ganz Europa und in vielen Teilen von Asien. Sie ist das beliebteste Volksheilmittel mit den verschiedensten Anwendungs-gebieten, sowohl innerlich als auch äusserlich zu Umschlägen und Bädern.

Hauptbestandteil der Kamille ist das ätherische Öl in den Drüsenschuppen der Blütenblätter, das vor allem Bisabolol sowie zahlreiche Flavone und Flavonole enthält.

Die äusserliche Wirkung ist desinfizierend, erweichend und schmerzlindernd. Innerlich wirkt sie in der Hauptsache schweisstreibend, erwärmend, krampfstillend, vor allem bei entzündlichen Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, und entzündungshemmend, u.a. bei Entzündungen der Haut und Schleimhaut (Lefzen, Zahnfleisch). Auch bei Erkältungskrankheiten kann Kamille helfen, z.B. durch Inhalation der Dämpfe.

Hunde und Katzen können bei Magenverstimmungen, besonders bei Gastritis, Kamillentee im Trinknapf erhalten.

Kamillentee sollte nicht dauernd zur Vorbeugung und nicht für Augenbäder verwendet werden (austrocknende Wirkung).

Löwenzahn

Seit dem 11. Jahrhundert wird der Löwenzahn (Taraxacum officinal) in Schriften arabischer Ärzte schon als Heilkraut empfohlen.

Er gilt in der Humanmedizin als bitterstoffreiches Tonikum (= Stärkungsmittel) und enthält ausser den Bitterstoffen enzymatisch wirkende Substanzen, kreislaufwirksames Cholin, auflösende, erweichende Saponine, viel Kalium und in den frischen Blättern viel Vitamin C.

Löwenzahn wirkt blutreinigend und drüsenanregend, er findet daher vielfach zu Blutreinigungskuren im Frühjahr Anwendung. Weiterhin ist die Wirkung schwach abführend, harntreibend und appetitanregend.Er ist vor allem bei rheumatischen Erkrankungen und Arthrose sehr hilfreich.Asserdem hat Löwenzahn eine leberstärkende Wirkung und regt die Galleproduktion an, was die Verdauung fördert.


Ringelblume

Die Ringelblume (Calendula officinalis) ist eine einjährige Pflanze und ist in Mittel-, Süd- und Osteuropa beheimatet.Die Blüten enthalten ätherisches Öl,
Flavonoide, Bitterstoffe und Carotinoide. Bei der letztgenannten Stoffgruppe handelt es sich um die Vorstufe von Vitamin A. Bei Wunden und Entzündungen werden die heilenden Wirkstoffe der Ringelblume in Form von Salben eingesetzt.

Die antibakteriellen, entzündungshemmenden und wundheilenden Eigenschaften der Ringelblume verhindern, dass sich Verletzungen und offene Wunden entzünden und eitern. Stumpfe Verletzungen, wie etwa Prellungen oder Verstauchungen, aber vor allem frische oder eitrige, schlecht heilende Wunden, Furunkel und Abszesse werden deshalb mit einer Ringelblumentee-Kompresse behandelt.

Frische Wunden können mit dem Tee ausgewaschen werden. Die Ringelblumensalbe kann vielfältig eingesetzt werden: bei Geschwüren und Geschwülsten, zur Wundbehandlung (auch langfristig), bei Abszessen, juckenden, entzündeten Insektenstichen und schmerzenden Gelenken. Operationsnarben werden ebenfalls mit Ringelblumensalbe behandelt.

Rosmarin

Rosmarin (Rosemarinus officinalis) enthält ätherische Öle (z.B Kampfer), Gerbstoff, Flavonoide, Glycolsäure, Bitterstoffe, Saponine und Harz.

Rosmarin hat eine schweiss- und harntreibende, krampflösende, schmerzstillende und stärkende Wirkung. Innerlich angewendet hilft Rosmarin bei Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, Blähungen, Reinigung von Nieren und Leber, schwachem Kreislauf, zur Stärkung des Herzens und des Nervensystems, Lähmungen und Erschöpfung.

Äusserlich hilft Rosmarin bei Ekzemen, Geschwüren, schlecht heilenden Wunden, Rheuma, Arthritis, Muskelverletzungen und Insektenstichen.
Nach dem Europäischen Arzneibuch zeigt Rosmarinöl antimikrobielle Aktivität gegen zahlreich Bakterien, Hefen und Schimmelpilze und wirkt auf der Haut durchblutungs-fördernd.Nicht in grösseren Mengen an trächtige Tiere verfüttern!


Salbei

Vertreter der Gattung Salbei (Salvia officinalis) sind ein- oder mehrjährige krautige Pflanzen oder Sträucher.

Die ätherischen Öle des Salbeis wirken entzündungshemmend, antiseptisch sowie in Haut und Schleimhaut durchblutungs-fördernd. Die enthaltene Säure wirkt als Entzündungshemmer, indem sie zwei Enzyme blockiert, die am Zustandekommen von typischen Entzündungsreaktionen beteiligt sind. Weiter enthält Salbei Salvin (tötet Bakterien ab), Karnosol und Karnosolsäure (wirken antioxidativ), Eisen, Zink und Karotinoide.

Salbeiblätter helfen bei Blähungen, Darmentzündungen, Durchfall und Magenentzündungen. Salbei-Tee stoppt die Milchproduktion. Deshalb sollte keine grösseren Mengen über einen längeren Zeitraum verfüttet werden !


Spitzwegrich

Der Spitzwegerich (Plantago lanceolata) ist eine mehrjährige krautige Pflanze. Ursprünglich in Europa heimisch, ist die Pflanze inzwischen weltweit verbreitet.Er enthält Schleim, Bitterstoffe, Flavonoide, Kieselsäure und andere Mineralstoffe wie das Glykosid Acubin, das eine antibiotische Wirkung hat.

Als Heilmittel sind Spitzwegerichblätter hochwirksam bei Nieren- und Blasenerkrankungen, Bronchitis und andern Erkältungs-krankheiten. Wegen seiner antibiotischen Wirkung sind Magen-Darm-Infektionen, vor allem Durchfall und Krämpfe, ein weiterer wichtiger Einsatzbereich.

Ferner können sie äusserlich bei entzündlichen Veränderungen der Haut z. B. bei Insektenstichen, Brennnesseln verwendet werden.

Teufelskralle

Die Teufelskralle (Harpagophytum procumbens) ist eine in den Steppen Namibias und Südafrikas beheimatete Heilpflanze.Die Hauptinhaltsstoffe sind Iridoidglykoside, Flavonoide, ungesättigte Fettsäuren, Zimtsäure und Chlorogensäure.Medizinisch verwendet werden die unterirdischen weit verzweigten Speicherwurzeln (Sekundärwurzeln).

Die Auszüge aus den Wurzeln enthalten Bitterstoffe und Acteosid, welche entzündungshemmend, abschwellend und schwach schmerzlindernd wirken. Ausserdem verbessern sie die Beweglichkeit. Die Teufelskralle baut Knorpelsubstanz auf und wirkt daher lindernd bei Gelenkschmerzen. Deshalb wird sie hauptsächlich bei chronisch-entzündlichen Prozessen des Bewegungsapparates, wozu auch in Studien untersuchte Erkrankungen wie durch Spondylosen (knöcherne Zubildungen an den Wirbeln), chronisch-entzündliche Polyarthritis (PCP) oder der therapeutisch oft nur schwer zu erreichende Weichteilrheumatismus (Fibromyalgie) gehören, eingesetzt.
Bei Verdauungsbeschwerden dient die Teufelskralle der Förderung der Magensäure- und Gallenproduktion. Es kommt zu einer Stimulierung von Leber und Bauchspeicheldrüse.

Die Teufelskralle benötigt zwischen drei und sechs Wochen um die volle Heilwirkung zu erzeugen.

Thymian

Von allen Würzkräutern hat Thymian (Thymus vulgaris) den höchsten Eisengehalt. Auch enthalten sind u.a. Ätherische Öle, Terpinen, Gerb- und Bitterstoffe sowie Flavonoide.Thymian wirkt antiseptisch, appetitanregend und fördert die Gallensekretion. Er ist ma-genfreundlich, löst Krämpfe im Magen-Darm-Trakt und ist blähungstreibend. Ausserdem sagt man Thymian nach, dass er ein wurmtreibendes Mittel sei. Er kann zum Abwaschen von Ekzemen oder anderen Hautkrankheiten verwendet werden oder auch vorbeugend und bei häufigem Einsatz den Befall von Ungeziefer vermindern.

Die würzig riechenden Thymianblätter wirken auch bei Bronchitis oder Asthma. Bei Katzen kann man folgendes Rezept anwenden: 2 Teelöffel getrocknetes Thymiankraut mit 1/4 Liter Milch erhitzen aber nicht kochen, 1/4 Stunde ziehen lassen, absieben und mit Honig leicht süssen.


Weissdorn

Der Weissdorn (Crataegus laevigata) enthält Prozyanidine, Flavonoide, Kalium und Purine. Weissdorn steigert die Durchblutung des Herzmuskels und verbessert die Schlagleistung des Herzens. Die Sauerstoffversorgung des Körpers ist dadurch besser gewährleistet. Deshalb hilft Weissdorn bei leichten Formen der Herzinsuffizienz und beim Altersherz.

Er kann auch bei Kreislaufbeschwerden und Durchfall helfen.